14.04.2026 - 4 Präsentation Neubauprojekt Bahnhofstraße 18a

Beschluss:
zur Kenntnis genommen
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Wortprotokoll

Der Vorsitzende begrüßt die Gäste zu diesem Tagesordnungspunkt und erinnert daran, dass der Planungsausschuss sich bereits vor längerer Zeit mit einem Bauprojekt an dieser Stelle beschäftigt hat.

Herr Feldsien stellt das geplante Vorhaben anhand einer Präsentation vor. Die Präsentation ist als Anlage zur Sitzung im Bürgerinformationssystem hinterlegt. Bereits vor 3 ½ Jahren wurde das Projekt in veränderter Form im Planungsausschuss vorgestellt, damals noch unter anderer Bauträgerschaft. Der neue Grundstückseigentümer hat beschlossen, angesichts der Situation auf dem Wohnungsmarkt und bei den Baukosten die Planung zu überarbeiten. Vorgesehen sind nun eine größere Grundfläche (hauptsächlich durch die Grenzbebauung verursacht) mit einer Erhöhung der GRZ von 0,46 auf 0,5, ein veränderter Wohnungsmix und andere Wohnungsgrößen, was zu einer Erhöhung der Anzahl der Wohneinheiten von 35 auf 51 führt, Dachbegrünung, verringerte Tiefgaragenstellplätze (jetzt 30, vorher 33).

Die SPD-Fraktion fragt nach der Anzahl der Quadratmeter in dem Projekt und ob geförderter Wohnraum realisiert werden wird.

Herr Feldsien erläutert, dass es sich insgesamt um 3.600qm Wohnfläche und 260qm Nutzfläche handelt. Geförderten Wohnraum möchte der Bauherr nicht herstellen, hauptsächlich wegen der momentanen ungünstigen Förderrichtlinien und der geringen Verfügbarkeit von Fördermitteln.

Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen sieht, dass viele Punkte, die damals dazu geführt haben, dass die Fraktion dem Einvernehmen nicht zugestimmt hat, noch unverändert sind, z.B. kein geförderter Wohnraum, Tiefgarage trotz zentraler Lage und keine Aussage zum Erhalt der Platanen.

Herr Feldsien kann zu den Platanen gerade keine gesicherte Aussage treffen, das Gebäude habe sich in seiner Struktur jedoch nur marginal verändert, daher habe sich an deren Situation eigentlich nichts verändert.

Frau Broekhuis bestätigt, dass die Platanen durch die Baumschutzsatzung der Stadt Wedel geschützt sind, daher werde es vermutlich keinen Konflikt geben, diese zu erhalten.

Die WSI-Fraktion ist irritiert, dass kein geförderter Wohnraum vorgesehen wird. Es gebe einen gültigen Grundsatzbeschluss des Rates, daher werde die Fraktion dem Vorhaben in dieser Form nicht zustimmen. Es wird um Auskunft gebeten, inwieweit das Infrastrukturfolgekostenkonzept Anwendung findet.

Frau Broekhuis erläutert, dass für dieses Grundstück ein gültiger Bauvorbescheid auf Grundlage des Einfügegebots nach § 34 BauGB für ein Bauvorhaben mit 3 Vollgeschossen plus Staffel vorliegt. Der vorherige Vorhabenträger hatte freiwillig angeboten, geförderten Wohnraum herzustellen, es wäre nicht zu fordern gewesen. Die jetzt vorgestellte Planung mit einem Vollgeschoss mehr fügt sich das neue Gebäude nicht ein, es kann jedoch über die Zustimmung der Gemeinde nach dem Bauturbo genehmigt werden. Insofern sieht die Verwaltung dies als Gelegenheit, über diesem ersten Fall mit dem Planungsausschuss unter Anwendung den bereits beratenen Leitlinien ins Gespräch zu kommen. Sie bestätigt, dass der Bauherr sich zur Zahlung des Infrastrukturfolgekostenbeitrags bekannt hat, hierüber würde ein entsprechender städtebaulicher Vertrag geschlossen werden. Allerdings falle die Zahlung nur für das zusätzliche Vollgeschoss an. Geförderter Wohnraum werde nicht umgesetzt, da das zusätzliche Geschoss unter 1.500 qm liege. Noch wurde kein Bauantrag eingereicht, heute werde lediglich das Projekt vorgestellt.

Die SPD-Fraktion merkt an, dass im gesamten Projekt über 3.000 qm Wohnraum entstünden, somit die notwendigen 1.500 qm deutlich überschritten werden.

Frau Broekhuis weist darauf hin, dass der Bauherr bereits Baurecht für ein Gebäude mit 3 Geschossen und Staffel hat, es sich somit nur um das zusätzliche Geschoss (unter 1.500 qm) handelt, für das eine entsprechende Forderung in Frage käme, so sehen es die Leitlinien vor.

Die SPD-Fraktion sieht diese Betrachtung kritisch und wird das Thema in der Fraktion beraten.

Herr Thomsen bekräftigt, dass gemäß Bauvorbescheid 3 Geschosse plus Staffel gebaut werden könnten, in dieser zentralen Lage jedoch mehr Wohnraum in Form eines zusätzlichen Geschosses wünschenswert wäre. Die Sparkasse setze gerne geförderten Wohnraum um, sofern dies sinnvoll sei, das habe man mit dem Projekt an der Doppeleiche bewiesen, wo man mehr geförderte Wohnungen als gefordert realisieren werde. Momentan seien die Förderrichtlinien jedoch so ungünstig (wenig Fördermittel, kein Fahrstuhl zulässig, durchgehende Putzfassade, einfachste Bauweise), dass man hiervon keinen Gebrauch machen möchte. Sollte deshalb eine Zustimmung nach dem Bauturbo nicht erteilt werden, werde man gemäß dem wirksamen Vorbescheid bauen.

Herr Grasshoff ergänzt, dass in diesem Projekt nicht die Immobiliengesellschaft, sondern die Stadtsparkasse als Bauherr handeln wird. Ein kleiner Teil der Wohnungen soll veräußert werden, die restlichen Wohnungen werden vermietet. Im Übrigen würde man mit der Planung ohne geförderten Wohnraum und mit Zahlung der Infrastrukturkostenabgabe den geplanten Leitlinien der Stadt zum Bauturbo folgen.

Die Bürgermeisterin würde die Verdichtung und die Schaffung von zusätzlichen Wohnraum an dieser zentralen Stelle der Stadt begrüßen, gerade auch für Senioren wäre die Lage attraktiv.

Die SPD-Fraktion bittet um eine schriftliche Stellungnahme der Stadtsparkasse, damit die Fraktionen auf Grundlage aller Informationen das Projekt beraten können.

Die FDP-Fraktion fragt, ob sich schon absehen lässt wie die Mietpreise sein werden, wenn die Wohnungen freifinanziert hergestellt werden.

Herr Grasshoff erläutert, dass in diesem frühen Stadium noch keine detaillierte Kostenschätzung vorliegt. Erst wenn diese vorliegt, kann unter Einrechnung einer entsprechenden Rendite eine ungefähre Aussage zu zukünftigen Mietpreisen gemacht werden.

Die CDU-Fraktion stimmt der Aussage der Bürgermeisterin zu und befürwortet das Projekt, gerade nach den erläuternden Worten zu dem geförderten Wohnraum und der Infrastrukturfolgekostenabgabe. Das Projekt wird als Win-Win gesehen, um den Wohnungsmarkt zu entspannen, da es sich um eine hervorragende Lage handelt, die nicht nur für weniger mobile Menschen attraktiv sein wird. Es könnte auch dazu motivieren, zu groß gewordene Häuser zu Gunsten der zentralen Lage aufzugeben, was jungen Familien zu Gute käme.

Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen fragt, wie groß die Wohnungen ungefähr sein werden und ob es bereits Informationen zur zukünftigen Nutzung der Gewerbefläche gibt. Zudem gäbe es nicht nur Hausbesitzer in Wedel, die als Zielklientel in Frage kämen. Man frage sich, welche Zielgruppe angesprochen werden soll, für das Projekt an der Doppeleiche scheine die Werbung eher auf Hamburger ausgerichtet zu sein.

Herr Thomsen berichtet, dass der Wohnungsmix sich zwischen 2- und 4-Zimmer-Wohnungen bewegen wird, mit Grundrissen von 41 qm bis 90 qm. Für die Gewerbefläche sei es noch zu früh für seriöse Gespräche mit Interessenten, man müsse zumindest den Baubescheid abwarten. Durch die Verkleinerung gegenüber der ursprünglichen Planung von 460 qm auf 260 qm erwarte man jedoch keine Schwierigkeiten bei der Vermarktung. Die bisherigen Bauprojekte der Stadtsparkasse haben vorrangig als Zielgruppe Wedeler gehabt, die ihre Wohnsituation verändern möchten. Die Berater der Sparkasse kennen die Lebenssituation ihrer Kunden und beraten entsprechend, die Sparkasse hilft bei der Finanzierung. Die Bauvorhaben der Stadtsparkasse sind in Wedel weitestgehend bekannt, daher richtet sich die Social Media Kampagne für das Projekt Doppeleiche tatsächlich eher an das Hamburger Umland.

Die FDP-Fraktion findet das Projekt sehr interessant für Wedel, erinnert jedoch daran, dass eventuell dort einziehende Kinder auch beschult werden müssen, die Altstadtschule jedoch räumlich am Limit sei. Zudem wäre interessant zu erfahren, was die Anwendung des Bauturbo terminlich bedeuten würde.

Herr Thomsen berichtet, dass – sofern die Baugenehmigung rechtzeitig erteilt wird – mit einem Baubeginn im Sommer 2027 geplant wird, da zu diesem Zeitpunkt die noch existierenden Mietverträge auslaufen.

Der Vorsitzende dankt den Gästen für die Erläuterungen. Zusammenfassend stelle sich das Projekt wie folgt dar: gegenüber der bisherigen Planung verkleinerte Gewerbefläche zugunsten der Wohnfläche, ein Vollgeschoss mehr (vier Vollgeschosse plus Staffel), dadurch zusätzliche Wohnungen. Es werde die Infrastrukturfolgekostenabgabe für das zusätzliche Geschoss gezahlt, jedoch kein geförderter Wohnraum realisiert. Es wäre eine Baugenehmigung nach dem Bauturbo möglich, sofern die Gremien zustimmen. Sollte abgelehnt werden, wird das Vorhaben voraussichtlich auf Grundlage des gültigen Vorbescheides mit 3 Geschossen plus Staffel realisiert. Es wird in der kommenden Sitzung um Rückmeldung aus den Fraktionen gebeten.

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