14.04.2026 - 6 Informationen zum Schleswig-Holsteinischen Wohn...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6
- Sitzung:
-
Sitzung des Planungsausschusses
- Gremium:
- Planungsausschuss
- Datum:
- Di., 14.04.2026
- Status:
- gemischt (Sitzungsgeld freigegeben)
- Uhrzeit:
- 18:30
- Anlass:
- Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Mitteilungsvorlage
- Federführend:
- Fachdienst Stadt- u. Landschaftsplanung
- Beschluss:
- zur Kenntnis genommen
Wortprotokoll
Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen dankt für die umfangreichen Informationen. Es wird gesehen, dass in Wedel nur ein moderater Leerstand vorhanden ist und im Gegensatz dazu eine Leerstandssatzung viel personelle Ressourcen erfordern würde, daher wird dieser Gedanke nicht weiterverfolgt. Die gelieferten Zahlen seien jedoch hinsichtlich Wedels Wachstumsgeschwindigkeit interessant, man sollte dies für die Zukunft mit der notwendigen Bautätigkeit abgleichen. Wenn sich die Zahl der wohnungssuchenden Haushalte konstant zwischen 400 und 600 bewege, dann könne vielleicht nicht dagegen angebaut werden.
Frau Broekhuis bittet darum, die Juni-Sitzung des Rates abzuwarten, da dort die kleinteilige Bevölkerungsprognose des Kreises vorgestellt werden soll.
Die CDU-Fraktion weist darauf hin, dass für die stagnierende Zahl der wohnungssuchenden Haushalte vielleicht auch ein gewisser Anteil an Fehlbelegungen und schlicht nicht passender Wohnungen verantwortlich ist.
Die SPD-Fraktion findet es gewagt, aus den Zahlen abzuleiten, dass die Bautätigkeit nicht gesteigert werden müsse und man womöglich die Anwendung des Bauturbos nicht nötig sei. Fehlender Wohnraum sei ein großes soziales Problem, das zur Spaltung der Gesellschaft führen könne. Die stagnierende Zahl an Suchenden kann auch durch Zuzüge verursacht sein, die jedoch auch notwendig für die Stadt seien.
Die FDP-Fraktion zeigt sich eher angesichts des angegebenen durchschnittlichen Mietpreises von 8,92 Euro verwundert, da derzeit eher Mietpreise ab 12 Euro aufwärts bei der Wohnungssuche als bezahlbar gelten.
Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen möchte nicht grundsätzlich darauf hinaus, dass man sich nicht mit dem Bauturbo beschäftigen solle, jedoch sollte man die Bautätigkeit dem tatsächlichen Wachstum der Stadt anpassen. Auch die Konsequenzen angesichts der Situation an den Wedeler Schulen müsse bedacht werden.
Die CDU-Fraktion weist darauf hin, dass Wedel sich in der Metropolregion Hamburg befindet und die Wohnungsmarktsituation die gesamte Region betrifft. Wedel sei vom Land Schleswig-Holstein als Gebiet mit angespanntem Wohnungsmarkt identifiziert worden, daran habe sich nichts geändert. Wohnungsbau werde weiterhin benötigt, denn nur ein größeres Angebot könne steigenden Mietpreisen entgegenwirken. Zumal die genannte Durchschnittsmiete von 8,92 Euro pro Quadratmeter ja auch die Bestandsmieter beinhalte, die seit 20 – 30 Jahren in der Wohnung leben. Wedel könne sich der Entwicklung in der Metropolregion nicht entziehen.
Die WSI-Fraktion findet schon, dass über den erforderlichen Umfang der Bautätigkeit nachgedacht werden muss, denn die Stadt werde von den Bürgerinnen und Bürgern getragen. Man dürfe die Stadt und ihre Infrastruktur nicht weiter überlasten, zumal man weder gegen den Zuzug anbauen könne, noch dadurch eine Mietsenkung erreichen werde. In Hamburg gebe es bezahlbaren Wohnraum bei den Genossenschaften, in Wedel nur in eingeschränktem Maße. Über den freifinanzierten Wohnungsbau sei dieser nicht herstellbar, was bedeutet, dass nur Menschen mit höherem Einkommen sich die Wohnungen leisten können. Nun könne man sagen, dann ziehen eben nur diese Menschen nach Wedel, aber das könne nicht gewollt sein; auch im mittleren Segment müsse man etwas für Leute tun, die hart arbeiten und sich Wohnraum leisten wollen.
Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen fragt, ob man auch ohne Leerstandssatzung an der Quote von 2% als Stadt etwas ändern könne.
Frau Broekhuis erwidert, dass der Aufwand im Vergleich zum erwarteten Nutzen zu groß sei. Es müssten die Eigentümer ermittelt und kontaktiert werden, was in den meisten Fällen jedoch vergebliche Mühe sei. Schließlich habe sich gezeigt, dass der größte Teil des Leerstands nur vorübergehend sei, bedingt durch Eigentümerwechsel oder Renovierungen.
Die Vorlage wird zur Kenntnis genommen.
