12.03.2026 - 5.2.3 Haushaltskonsolidierung - Kinderspielplätze

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Wortprotokoll

Die Fachbereichsleitung Bauen und Umwelt hält eine Präsentation zur Haushaltskonsolidierung im Bereich der Kinderspielplätze. Die Präsentation wurde im Anschluss zur Einsicht bei Allris hochgeladen. Bereits im letzten Jahr wurde die Haushaltskonsolidierung im Bereich Kinderspielplätze thematisiert und ein Einsparungsziel von 36.000 Euro festgelegt. Bisher konnten Einsparungsmöglichkeiten bei externen TÜV-Kontrollen sowie der jährlichen Sandflächenreinigung in Höhe von jeweils 5.000 Euro jährlich identifiziert werden. Grundsätzlich stellt sich zudem die Frage, ob es zu viele Spielplätze in Wedel gibt. Im Rahmen der Prüfung konnten fünf Spielplätze ausgemacht werden, die für einen Rückbau und einer möglicherweise damit einhergehenden Einsparung geeignet sind: Egenbüttelweg, Hellgrund, Rebhuhnweg, Reepschläger Straße sowie Vogt-Körner-Straße. Die Spielplätze liegen teilweise ungünstig, sind sehr versteckt und nicht barrierefrei oder befinden sich in der Nähe von beliebteren Spielplätzen. Zudem weisen die Spielplätze teilweise nicht mehr viele Spielgeräte auf. Die Summe für die Abbaukosten dieser fünf Spielplätze würde jedoch rund 70.000 Euro betragen. Das Kinderparlament ist noch immer mit der Begutachtung aller Spielplätze beschäftigt und wird vor den Sommerferien keine Vorschläge abgeben können. Das Fazit lautet: Der Rückbau von Spielplätzen würde zunächst Kosten verursachen. Laufende Kosten würden auch weiterhin für die Pflege der Flächen als städtische Naherholungsflächen entstehen, wenn auch geringere Kosten. Die Verwaltung schlägt vor, konkrete Flächen zu identifizieren, auf denen Spielgeräte, die nicht mehr durch den Bauhof repariert werden können, abgebaut und nicht mehr ersetzt werden. Dies führt zu einem langsamen Übergang zu einer öffentlichen Naherholungsfläche ohne Spielgeräte.

 

Die WSI-Fraktion merkt an, dass der Rückbau des Spielplatzes in der Vogt-Körner-Straße sehr schade wäre. Dieser wurde relativ aufwändig als Mädchenspielplatz errichtet. Grundsätzlich ist der Vorschlag eines sanften Übergangs zu Naherholungsflächen aber eine gute Alternative zu einem sofortigen Rückbau.

 

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen bedankt sich für die aufschlussreiche Präsentation und merkt an, dass bei ganzheitlicher Betrachtung deutlich wird, dass kurzfristige Einsparungen gar nicht möglich sind. Auch sie sieht den Rückbau des Spielplatzes in der Vogt-Körner-Straße kritisch. Der Spielplatz ist die einzige Spielmöglichkeit für Kinder, wenn das Einkaufen länger dauert. Grundsätzlich gibt es auch keine weiteren Spielplätze in der unmittelbaren Umgebung. Es gibt viele Anwohnenden, die erklärt haben, dass der Spielplatz hoch frequentiert ist. Aufgrund des Standortes hat der Spielplatz auch eine soziale Funktion. Daher hält die Fraktion die Fläche für erhaltungswürdig. Die Beteiligung des Kinderparlamentes in dieser Angelegenheit ist eine tolle Sache – letztlich sollte die Entscheidung über die konkrete Auswahl der Flächen aber nicht von den Kindern getroffen werden. Des Weiteren stellt die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen den Spielplatz im Meisenweg zur Diskussion. Dort gibt es aktuell nur zwei Spielgeräte, eine große Affenschaukel und eine Pyramidenrutsche. Sie fragt, was mit den restlichen Spielgeräten passiert ist. Insgesamt gibt es auch noch einige andere Spielplätze, über die gesprochen werden muss. Die Verwaltung antwortet, dass der Ersatz der alten Spielgeräte im Meisenweg im letzten Jahr diskutiert, dann aber aufgrund des Haushalts gestrichen wurde. Ein Ersatz ist aber in 2026 geplant. Hinsichtlich anderer Spielplätze dürfen gerne Vorschläge gemacht und Alternativen diskutiert werden.

 

Die CDU-Fraktion spricht sich ebenfalls dafür aus, keine künstlichen Kosten durch sofortigen Rückbau der Spielplätze zu erzeugen. Wichtig ist, dass man den langfristigen Effekt vor Augen hat. Die Meinung des Kinderparlamentes sollte unbedingt abgewartet werden, da die Kinder die Spielplätze am besten beurteilen können. Ein Ranking könnte für die finale Entscheidung eine Hilfe sein. Es stellt sich jedoch die Frage, was die Grünpflege der Flächen kosten würde und welche Alternativen es sonst noch für die Flächen gibt. Eine Naturwiese könnte eine günstige Alternative sein. Diese ist nicht pflegeintensiv und muss nur ein bis zwei Mal jährlich gemäht werden. Zudem sind die Kosten für eine Rasensaat sehr gering. Die Verwaltung antwortet, dass man sich dann überlegen muss, was genau mit den Flächen passieren soll. Es müssen auch nicht immer begehbare Flächen bleiben.

 

Ein Ratsmitglied der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen stellt die Frage, wieso das erst jetzt nach zwei Jahren deutlich wird. Zudem merkt sie an, dass Blühflächen und Straßenbegleitgrün sehr teuer in der Pflege sind. Wenn die Pflege auch wieder hohe Kosten verursacht, wäre ein Rückbau der Spielplätze sinnlos – denn durch die Schließung sollte Geld eingespart werden. Die Verwaltung erklärt, dass Blühflächen nicht pflegeintensiv sind und bei einem Rückbau berücksichtigt würden. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen stellt zudem die Frage, ob die freien Flächen zu Erbbau-Grundstücken oder Erbpachtgrundstücken umgewandelt werden könnten. So könnte sogar noch ein Vorteil für die Stadt entstehen. Die Verwaltung antwortet, dass die meisten Spielflächen planungsrechtlich ausgewiesene Kinderspielflächen sind, weshalb eine Überbauung nicht möglich ist. Des Weiteren bekommt man die Flächen nicht einfach zurück, wenn man sie einmal aufgegeben hat.

 

Weiterhin bringt die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen das Thema der Inklusionsspielplätze ein. Unter Umständen könnte man dafür sogar Fördermittel erhalten. Die Verwaltung erklärt, dass sie diesen Punkt mitnimmt. Für einen Inklusionsspielplatz muss jedoch die Zuwegung entsprechend möglich sein. Aus diesem Grund muss sehr genau geprüft werden, welche Spielplätze dafür in Frage kommen könnten.

 

Die SPD-Fraktion merkt an, dass die Einsparungen bei einem Rückbau marginal zu sein scheinen. Daher geht sie mit dem Vorschlag der Verwaltung mit. Naherholungsflächen bieten einen großen Mehrwert, auch für Kinder.

 

Der Seniorenbeirat merkt an, dass das Kriterium der Geräteabnutzung unter Umständen kontraproduktiv wirken könnte – denn gerade bei gut besuchten Spielplätzen weisen die Spielgeräte schneller Abnutzungen auf. Die Verwaltung erklärt, dass es bei der konkreten Auswahl der Spielplätze nicht nur um die Abnutzung der Geräte geht, sondern vor allem die Frequenz der einzelnen Spielplätze betrachtet werden soll.

 

Die Vorsitzende hebt hervor, dass die transparente Diskussion dieses Themas sehr gut ist. Auch wenn es zeigt, dass ein einfacher Rückbau nicht immer die optimale Lösung für eine Einsparung ist. Es wird nun die Rückmeldung des Kinderparlaments abgewartet, die Ergebnisse ausgewertet und im Ausschuss besprochen. Anschließend kann dann eine Entscheidung getroffen und eine Beschlussvorlage in den Ausschuss eingebracht werden.

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