13.05.2026 - 6 Reepschlägerhaus – Zukünftiges Nutzungskonzept
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6
- Datum:
- Mi., 13.05.2026
- Status:
- gemischt (Sitzungsgeld freigegeben)
- Uhrzeit:
- 19:00
- Anlass:
- Sitzung
Wortprotokoll
Ein Vertreter des Förderkreis Reepschläger e.V. stellt ein Konzept für die mögliche Weiternutzung des Reepschlägerhauses vor. Der Förderkreis und Partner aus der Wirtschaft haben sich in den letzten Monaten mit einer Frage beschäftigt: Wie kann die Zukunft des Reepschlägerhauses langfristig, verantwortungsvoll und tragfähig gesichert werden?
Das Reepschlägerhaus hat für viele Menschen eine kulturelle und persönliche Bedeutung. Die Realität zeigt jedoch, dass die Stadt in einer schwierigen Haushaltslage steckt und freiwillige Leistungen immer mehr unter Druck geraten. So auch der Erhalt des Reepschlägerhauses.
Die Beteiligten sind sich bewusst, so nicht weitergehen kann. Nicht, weil der Wille fehlt, sondern weil die Struktur nicht mehr trägt.
Der Betrieb selbst ist nicht das Problem. Die Kosten sind überschaubar. Engagement ist vorhanden. Das eigentliche Problem ist die Langfristige Verantwortung: Instandhaltung, Denkmalschutz, notwendige Reparaturen am Gebäude und zukünftige Investitionen.
Eine mögliche Lösung könnte eine klare Struktur bringen, die auf drei Ebenen aufgebaut wird: auf einer Stiftung, einer gemeinnützigen GmbH und dem Förderverein. Die Stiftung übernimmt das Eigentum, den Erhalt und die langfristige Sicherung. Die gemeinnützige GmbH übernimmt den Betrieb, Veranstaltungen und die wirtschaftliche Nutzung. Und der Förderverein übernimmt das Bespielen des kulturellen Inhaltes, den Kontakt zu Bevölkerung und zu den Vereinen. Die Stiftung sorgt für Stabilität. Die gemeinnützige GmbH sorgt für Flexibilität. Und der Förderverein sorgt für Vertrauen und bekannter Verbundenheit.
Der Förderverein, die Wirtschaft und die Stadt sollen alle weiterhin Teil der Lösung bleiben.
Zur Wirtschaftlichkeit: Betriebskosten belaufen sich jährlich auf ca. 14.000 €. Sponsoring bringt ca. 20.000 €. Damit wären die Betriebskosten gegenfinanziert. Veranschlagte kurz- und mittelfristige Instandhaltungen am Gebäude belaufen sich auf ca. 250.000€ bis 300.000€. Die dafür notwendigen Mittel erbringt die Stiftung.
Diese Struktur wurde wirtschaftlich und rechtlich geprüft und extern bewertet, u.a. durch Wirtschaftsprüfer mit dem Ergebnis, dass dieses Modell tragfähig, solide und langfristig umsetzbar ist. Durch die Stiftungsaufsicht des Ministeriums für kommunales Wohnen und Sport des Landes Schleswig-Holstein wurde ebenfalls eine Bewertung vorgenommen. Die Stiftungsaufsicht erkennt das Modell an.
Für die Stadt würde dies Entlastung, keine laufenden Kosten, kein Sanierungsrisiko und Entschärfung der angespannten Personalsituation in der Verwaltung bedeuten. Gleichzeitig wird Sicherheit durch die Zweckbindung der Stiftung und einer Rückfallklausel, die in der Satzung der Stiftung aufgenommen wird, gewährleistet.
Der Ausschussvorsitzende bedankt sich für die Vorstellung.
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen stellt fest, dass der Schlüssel für den Erfolg dieses Konzeptes in der finanziellen Ausstattung der Stiftung liegt. Hier müsste in kurzer Zeit 300.000 € zur Verfügung stehen. Die Fraktion fragt, in welcher Größe die Stiftung notiert sein müsste.
Der Vertreter des Förderkreises antwortet, dass diverse Vertreter der Wirtschaft bereit sind, die Stiftung finanziell mitzutragen und eine Finanzierung dadurch gesichert ist. Es ist geplant die Stiftung mit einem Betrag von 50.000 € bis 100.000 € auszustatten, um die Stiftung in Gang zu setzen und den laufenden Betrieb des Gebäudes abzusichern.
Die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen drückt ihre Unzufriedenheit mit der Antwort aus. Sie hinterfragt, ob die Stadt das Eigentum am Gebäude des Reepschlägerhauses an eine Stiftung abgeben sollte, die noch nicht für die notwendigen 300.000 € Investitionen aufkommen kann.
Der Vertreter des Förderkreises entgegnet, dass die Stadt aktuell auch nicht die 300.000€ aufweisen kann.
Der Ausschussvorsitzende wendet ein, dass die Stadt jedoch im Besitz des Gebäudes ist.
Die CDU-Fraktion äußert ihr grundsätzliches Interesse, die Idee weiter zu verfolgen.
Auch die FDP-Fraktion begrüßt den Vorschlag, besonders, weil schon die Zustimmung der Stiftungsaufsicht vorliegt.
Die Bürgermeisterin erklärt, dass die Verwaltung auf den Förderkreis zu gehen wird, um zu besprechen wie es weitergehen könnte. Sobald die Verwaltung etwas Neues zu berichten hat, werde sie dem Ausschuss Bericht erstatten.
Die CDU-Fraktion regt an, dass die Ausschussmitglieder das Thema mit in die Fraktionen nehmen sollen, um ein großes Meinungsbild einzuholen.
Anlagen
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